Vorwort
“Industrial Romance” habe ich im Jahre 2006 angefangen. Als Fan diverser Science-Fiction-Filmen wie Matrix und Ghost in the Shell, insbesonders aufgrund ihrer thematischen Auseinandersetzung mit dem Schicksal der Welt in naher Zukunft, hatte ich das Bedürfnis, meine eigene Vision umzusetzen.
Namenserklärung
Den englischen Titel für industrielle Romantik habe ich gewählt, nachdem ich eine Kraftwerk vor einem Sonnenuntergang betrachtet und fotografiert hatte.
Das Bild, was ich vor mir hatte, war kein Meisterwerk, doch beinhaltete es ein Element, was ich für besonders halte. Der Sonnenuntergang hinter dem Kraftwerk machte den Ort angenehmer. Die grauen, kalten Strukturen zwischen den dunklen Rauchwolken wurde durch das Sonnelicht einladender. Die Umgebung war in gewisser Weise faszinierend, gar (man darf mich für verrückt halten
) romantisch. Diesen Faktor, dass man etwas “Hässliches” mit etwas Schönen verbindet, wollte ich für mein nächstes Projekt. Daher der Name “Industrial Romance”…
Vorbereitung
Aufbauend auf der Idee, ein kleines eigenes Universum mit Geschichte (inklusive Charakteren) zu schaffen, habe ich mir überlegt, ein Panoramabild einer Stadt zu zeigen. Dieses Bild sollte zu einem die Welt und seine Atmosphäre und zum anderen den Hauptcharakter vorstellen. Aufgrund meiner Sympathie zur fiktiven Figur Batou (Ghost in the Shell) , sollte meine Figur ihm ähneln. Nicht unbedingt wegen seinem Verhaltens, nein, viel mehr wegen seinem äußeren Erscheinungbildes. Mir gefiel die gewisse Verwirrung, die auftritt, wenn man sich sein Aussehen vor Augen führt. Sobald man sein Bild betrachtet, fallen sofort die “Roboteraugen” auf, die er statt seinen Augen hat, obwohl der Rest des Körpers oberflächlich menschlicher Natur ist. Man weiß, dass es sich hierbei um einen Menschen handelt, aber man empfindet keine Natürlichkeit ihm gegenüber, da seine Augen sowohl leer, als auch stechend und bedrohlich sind.
Von daher fing ich zunächst mit einem “Charakterdesign” an, indem ich in einer 3D-Software das Canon-Objektiv mein 20D in abgewandelter Form nachbaute und diese an einem Foto meines “Charakters” einsetzte:
Robotic Eyes Concept No 1 by ~chickow on deviantART
Mit der Figur als Inspiration, fertigte ich schließlich eine erste “Skizze” des eigentlichen Bildes an:
Wie man sehen kann, habe ich grobe Züge einer großen Stadt gebaut und eine relativ unnatürlich wirkende Verzerrung des Fahrzeugs verwendet. Trotz vieler Ideen, fehlte es mir damals an nach einiger Zeit an Möglichkeiten, meine Idee authentisch umzusetzen. Meine technischen Möglichkeiten waren damals beschränkter als heute, weswegen ich schließlich dieses Bild für unbestimmte Zeit auf Eis legte.
Neuanfang
Nach einer gewissen Zeit, wollte ich zumindest meine Figur wieder zum Leben erwecken. Somit erstellte ich eine Kampfsituation. Parallelen zu Videospielen, insbesondere verrückte, asiatische Kampfspiele, sind reiner Zufall!
Shell Blaster by ~chickow on deviantART
Dieses Bild weckte alte Ideen und somit fing ich an, eine neue Geschichte um diese Figur zu stricken.
2009, also 4 Jahre später, waren meine Fähigkeiten wesentlich besser und stärker als noch 2006. Ich kaufte mir ein Grafiktablett, um präziser zu Arbeiten und näherte mich, trotz fehlendem Talent fürs Traditionelle, dem digitalen Zeichnen und Malen. Mein erster Erfolg in Sachen Matte Painting war Technological Advance.
Technological Advance by ~chickow on deviantART
Nach der Erstellung dieses Bildes, wollte ich mehr. Ich wollte etwas Größeres, etwas, was das Gefühl widerspiegelte, was ich seit Jahren mit mir herumschleppte. Somit informierte ich mich weiter über Matte Painting und diverse andere Techniken…
Zeit verging und ich entschloss mich, meine alten Daten zu durchforsten und stieß mehr oder weniger durch Zufall auf einen Ordner namens “Industrial Romance”. Motivation durchfuhr mich, als ich mein altes Projekt betrachtete. Der zündende Gedanke war, mein altes Projekt als eine Art Fortsetzung zu Technological Advance fortzuführen. 
Nicht im traditionellen Sinne, vielmehr ein Wechsel der Perspektive! Betrachtet man Technological Advance genauer, sieht man in der Spiegelung ein Industrieareal mit einem riesigen Kraftwerk. Dieses Gebiet war der ideale Ort, um der Geschichte eine atmosphärische Grundlage zu geben. Meine Idee: Den Betrachter dieser Szene aus einem anderen Blickwinkel zu zeigen und somit das darzustellen, was man bisher nur durch die Spiegelung erahnen konnte. Aber es sollte keine 1:1-Kopie werden!
Mein Gedanke war das Grundkonzept von Industrial Romance beizubehalten und nur den Protagonisten auszutauschen. Das Bild soll als eine Art Einleitung in die Welt des ursprünglichen Protagonisten dienen, ohne diesen selber zu zeigen.
Aber gut, genug erzählt, verdammt lange Rede, ziemlich kurzer Sinn oder einfach: Klappe zu, Leser, ähm, Affe tot…
Industrial Romance – Work in Progress
Jetzt kommen wir zum Wesentlichen! Mein erster Schrit war, aufbauend auf meiner 3D-Skizze, die Farbstimmung und die Position des Kraftwerks zu bestimmen. Mit Fotos, die ich vor längerer Zeit geschossen habe, bastelte ich zunächst einen Himmel. Dazu ein bisschen Lens-Flare und zwei Kühltürme und voilá.
Der darauffolgende Schritt ging ins Detail. Ich wollte, um einerseits die Atmosphäre besser zu bestimmen und andererseits mein Verlangen, diesen Ausschnitt detailliert zu gestalten, den linken Bereich des Bildes etwas intensiver bearbeiten, bevor ich den Rest des Bildes vollende.
Somit fing ich an, Schatten und Details und ein wenig Industrie um die Türme zu setzen. Um mir Arbeit zu sparen, habe ich Brushes von Industriegebäuden verwendet. Mit den richtigen Einstellungen für Größe und Winkel kann man mehr oder weniger überzeugende Ansammlungen von Gebäuden erstellen, sofern man nicht darauf aus ist, diese bis ins kleinste Detail sehen zu können. Ansonsten würde ich Fotografien von solchen Gebäuden platzieren, was viel Mühe nach sich zieht.
Damit das Ganze dann etwas realistischer und voller wirkt, habe ich zusätzlich kleine Details eingefügt wie Lichter, Rauch der aus den kleinen und den beiden großen Kühltürme kommt usw. Wie auch bei den Industrietürmchen, habe ich für die Wolken bzw. Rauchschwaden einen Brush verwendet. Dabei ist zu achten, dass die Farbeinstellungen bezüglich des Helligkeits- oder Farbton-Jitters nicht zu krasse Kontraste bilden. Sprich, dass man leichte Farbabstufungen zwischen Weiß und Grau verwendet, um ein realistisches Wolkenbild zu erhalten.
Um der Härte des Bildes entgegen zu wirken und eine “schmutzigere” Atmosphäre zu erzeugen, habe ich eine weitere Ebene mit einem Wolkenbrush bearbeitet und die Transparenz relativ hoch gesetzt. Dadurch entsteht ein Dunsteffekt und mit geschickt platzierten Silhouetten von Gebäude, die nach und nach transparenter werden, erzeugt man eine gewisse räumliche Tiefe! Zu guter Letzt, um die Spiegelung original wiederzugeben, setze ich neben beiden Türme noch einen Funkturm (dessen Herkunft wohl bekannt sein mag). Diesen noch verfeinern mit Lämpchen, Licht und Schatten und voilá, die erste Phase des Bildes ist abgeschlossen!
Coming up next…
Zur Zeit arbeite ich daran, sämtliche 3D-Platzhalter mit Gebäuden auszutauschen. Wahnsinnige Fleißarbeit, aber so was muss man halt in Kauf nehmen, um ein cooles Bild hinzubekommen. Deshalb kann ich nur sagen:
To be continued…




