Zur Zeit scheint sich ja alles um das Thema 3D zu drehen. Besonders seitdem Ende 2009 der Film Avatar scheinbar 3D als neuen Kinostandard etabliert hat, ist dieser Begriff in aller Munde. Ein gewisses Wettrüsten der Hersteller von geeigneter Technik und Filmemacher, die auf diese zurückgreifen, entsteht allmählich und auch beim Fernsehen schimmern Überlegungen durch, in 3D zu investieren, kaum dass HDTV sich langsam durchgesetzt hat.
Aber wie schaut es eigentlich mit dem gemeinen Fotografen bzw. Bildbearbeiter aus? Gerüchten zufolge werden Hersteller wie Canon und Kodak im Laufe des Jahres eine 3D Spiegelreflexkameras vorstellen (mit Vorsicht zu genießen) und es wird nicht lange dauern, bis die Software dafür nachgereicht wird. Nur was für Konsequenzen oder gar Möglichkeiten werden daraus entstehen?
Mit naiver, aber vorausschauender Ideologie versuche ich einige meine Gedanken zu dem Thema niederzuschreiben und ein wenig zu spekulieren:
Kosten
Jeder Fotograf, sowohl Profi, als auch Amateur, wird sich zunächst um die Kosten Gedanken machen. Natürlich gibt es “erschwingliche” Geräte wie die Fujifilm FinePix REAL 3D , aber schon alleine bei diesem Preis von ca. 500 €, kann man sich vorstellen, wie die Preise sein werden, wenn es in dem Spiegelreflexmarkt geht. Wer wird es sich leisten können und werden die Preise fallen, wenn sich 3D-Fotografie durchgesetzt hat? Werden 2D-Kameras wesentlich günstiger oder gar wegfallen?
Workflow
So toll und revolutionär die Technik auch sein darf, die Arbeitsabläufe werden sich grundlegend ändern. Nicht nur Fotograf, auch Grafiker bzw. Bildbearbeiter werden Arbeitsschritte gegebenenfalls ändern müssen und dadurch vielleicht feststellen, dass sich die Arbeitszeit verlängern wird. Der Fotograf muss komplett umdenken, um seine Bilder attraktiv zu machen und der Grafiker wird zum 3D-Designer. Es werden mehr Anforderungen auf gewisse Arbeitsbereiche aufprallen, als es in der “traditionellen” Fotografie der Fall war.
Aber auch die Anzahl der Möglichkeiten werden steigen. Die Industrie wird zahlreiche Software und Geräte anbieten können, um das Potential auszuschöpfen. Die Grenze zwischen Fotografie und computer-generierten Inhalten wird ineinanderlaufen und es werden neue Konzepte für verschiedene Formate entwickelt, die vielleicht unsere zweidimensionalen Medien verschwinden lassen werden. Ich sehe mich schon vor der Herausforderung eines 3D-Wimmelbilderbuch zu stehen! :-p
Ausrüstung
Damit der Markt auch wächst, wird es zahlreiche Geräte mit Zubehör verkauft werden. Nur wie wird das Ganze im Bezug auf Menge und Gewicht aussehen? Werden wir mit jeweils der doppelten Ausrüstung herumlaufen oder wird es schließlich doch die Möglichkeit geben, durch eine Linse der Stereoskopie zu fröhnen? Falls nicht, wird es Objektive im Doppelpack zu kaufen geben und Kamerataschen wesentlich größer werden, wenn man mehr als eine Brennweite mit sich tragen will? Wird es vielleicht gar ein Boom für Zoomobjektive geben und somit deren Qualität in Bezug auf Lichtstärke und Schärfe steigern?
Komfort
Wie schon erwähnt, wird es je nachdem, wie weit entwickelt die Technik sein wird, Probleme bezogen auf das Handling und dem Komfort geben. Man wird Kompromisse eingehen müssen zwischen Qualität, Stabilität und Gewicht und somit vielleicht einen neuen Standard einführen, die alle drei Faktoren vereint. Carbon-Objektive wären eine attraktive Möglichkeit!
Natürlich kann auch der Endverbraucher sich der Revolution beugen und sein Verhalten gegenüber der neuen Technik ändern. Zwischen dauernhaften Einsatz eines Stativs und dem regelmäßigen Besuch eines Fitnessstudios kann alles dabei sein.
Zielmedium
Die große Frage, die sich mir stellt ist natürlich: Welches Medium soll erreicht werden mit der 3D-Fotografie? Natürlich, Film und Fernsehen werden ein mögliches Medium sein, aber will man dort wirklich statische Bilder sehen? Das Internet bzw. der Computer als ganzes wird definitiv davon profitieren, da es dafür schon die Technik gibt (siehe Nvidias Stereo-3D-Treiber)!
Nur wie wird es mit dem Printbereich aussehen? Wird es ebenfalls einen Umschwung geben oder wird, wie es schon seit Jahren heißt, die Zeitung aus Papier bald nicht mehr geben? Mit der voranschreitenden Entwicklung von E-Paper und 3D-Technik, die keine 3D Brillen braucht, wird es wahrscheinlich dazukommen, dass Zeitungen nicht mehr gedruckt werden, sondern per Wifi, UMTS und wie sie alle heißen über ein Abonnement auf mobile Nachrichtengerät gespeist werden. Natürlich kann man soweit gehen und sich Zurück in die Zukunft 2 als Beispiel nehmen, wo es E-Zeitungen zum wegwerfen gibt.
Fazit
Man darf gespannt sein, wie sich alles entwickeln wird. Wir sind nur am Anfang einer Evolution der Technik und niemand kann wirklich vorraussagen, was geschehen wird. Es werden sowohl positive, als auch negative Aspekte geben, aber vielleicht werden wir den Übergang gar nicht bemerken. Es bleibt jedoch spannend und es ist natürlich interessant, über die Möglichkeiten und Folgen zu spekulieren.

Pedro
um 15:54:21 via Website
05 Feb 2010
Sahneschnitte!
Chickow
um 18:17:54 » Autor-Kommentar «
05 Feb 2010
Interessanter Standpunkt!